Janines TagesTalk: Angstgegener Twitter

Janines TT: Twitter als seriöses Nachrichtenmedium – gefragt und gefürchtet

Wenn ein Medium zu einem der am meisten genutzten Nachrichtenmedien seiner Zeit wird, so prägt dieser Wandel auch immer eine ganze Epoche. So haben viele vor sieben Jahrzehnte noch vor dem Radio gesessen, um sich über die neuesten Ereignisse des Zweiten Weltkrieges zu informieren. Die Ereignisse um die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 hingegen haben viele Menschen live am Fernsehbildschirm mitverfolgt. Zehn Jahre später verbreitete sich die Nachricht des Todes des Apple-Gründers Steve Jobs vor allem über die sozialen Netzwerke.

Seit einiger Zeit sticht vor allem Twitter als Nachrichtenverbreitungsmedium unter den sozialen Netzwerken heraus. Als vor einigen Wochen Whitney Houston in einem Hotel in Beverly Hills starb, erfuhren die Twitter-User eine halbe Stunde vor der Veröffentlichung einer offiziellen Pressemitteilung von dem Ableben der Souldiva.

Nachrichten enstehen auf der Straße, nicht in der Agentur

Dieses Beispiel veranschaulicht, dass die Welt sich gewandelt hat. In der digitalen Ära entstehen die wirklich aktuellen Nachrichtenmitteilungen nicht mehr in den Nachrichtenagenturen. Auch gehört es der Vergangenheit an, dass die Menschen sich nur noch hauptsächlich über die traditionellen Nachrichtenmedien Fernsehen, Radio und Zeitung informieren. Als Digital Native erfährt man heutzutage vor allem von Twitter- und Facebookkontakten von Ereignissen. Wenn man bedenkt, wie viel Zeit der Einzelne durchschnittlich auf Facebook verbringt, so ist dies keine Überraschung. Trotz allem ist es vor allem Twitter, das den traditionellen Nachrichtenmedien ein Dorn im Auge ist. Die kleinen, aus nur einigen Zeichen bestehenden Satzzeichen bestehenden Meldungen, machen es den Rundfunk- und Fernsehriesen immer schwerer, sich als Nachrichtenmacher zu empfehlen.

Leitfaden für Angstgegner Twitter

Deshalb hat beispielsweise die BBC einen neuen Leitfaden an die hauseigenen Journalisten, Reporter und Produzenten herausgegeben. Demnach darf jede Eilmeldung nur über den Rundfunksender ihren Weg nach draußen finden. Dies soll dazu führen, dass Nachrichten zuerst über die sozialen Netzwerke zirkuliert werden. Ganz ähnlich versucht der ebenfalls britische Sender Sky News, die Anzahl der Vorabmeldungen durch seine Journalisten auf Twitter zu reduzieren. Sky News hat seinen Journalisten verboten, Tweets mit Informationen oder Eilmeldungen, die keinem Nachrichtendienst stammen, zu retweeten.

Bezeichnend ist, dass die Sender sehr darauf bedacht sind, sich keine Nervosität anmerken zu lassen. Im Gespräch mit dem Guardian betont etwa Chris Hamilton, der Verantwortliche für die sozialen Netzwerke der BBC, dass die Informationen zuerst in den Redaktionen ankommen müssen, damit man sie auf ihre Wahrhaftigkeit hin überprüfen könne.

Twitter: Noch mehr Hysterie statt seriöser Nachrichten

Ein Beispiel zeigt, dass Twitter und andere soziale Medien zu einer noch hysterischeren Nachrichtenlandschaft führen. Dies zeigt sich vor allem am Beispiel der Ernennung von Thorsten Heins zum neuen CEO von RIM, dem Hersteller der Blackberrys. Obwohl diese Nachricht nicht auf den Firmenauftritten in den sozialen Netzwerken verkündet wurde, vermeldeten Beobachter unmittelbar nachdem die Nachricht die Runde machte, fast schon in Echtzeit erhebliche Kursschwankungen der RIM-Aktie. Erst nachdem die User an den Notebooks die Nachricht zirkulieren ließen, berichteten die Zeitungen und Fernsehsender über die Meldung. … Twitter steht übrigens auf Platz 2 der teuersten Social Media Brands (Artikel)

XOXO
Janine

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Janine ist die gute Fee dieses Social Media Blogs und kümmert sich um alles, was Matthias keine Freude bereitet. Die überzeugte Singlefrau bezeichnet sich als Digital Native in Reinkultur. :) Wir vermuten, dass Sie in Facebook Bettwäsche schläft.