Pinterest: Weiter schönstes Bilderbuch der Welt

Pinterest auch 2014 wieder Sieger!

Kaum ein Social Media Netzwerk hat uns seit 2012 (unserem eigenen Start) so sehr und so positiv begleitet wie das Bilderbuch Pinterest. Knapp 25 Artikel widmeten wir bisher der digitalen Pinnwand und haben kaum eine Zeile bereut, respektive im Nachgang als falsche Erwartung enttarnen müssen. Das inzwischen mit einem Wert von 5 Milliarden US-Dollar ausgezeichnete Start-Up hat sich fest im Social Media Umfeld etabliert.

Pinterest: Über nackte Tatsachen und knackige Hot-Pants

Irgendwann im Januar 2012 haben wir Pinterest sehr amerikanisch als „next-big-thing“ bezeichnet und sollten Recht behalten. Inzwischen gibt es 30 Milliarden Pins, 750 Millionen aktive Pinnwände und geschätzte 75 Millionen Nutzer. Selbst das Social Media kritische Deutschland zählt inzwischen mehr als eine Millionen wirklich aktive Nutzer. Aktiv deshalb, weil die meisten Nutzer/innen wirklich der eigentlichen Aufgabe nachkommen und Pinnwände anlegen, sich verknüpfen und fleißig „repinnen“.

Etwas zögerlich nehmen die führenden deutschen Onlineshops den virtuellen Wunschzettel an und hadern mit einer durchdachten Strategie. Im Jahre 2012 überzeugten nur wenige namhafte Onlineshops: Konzentriert man sich auf ausschließlich deutschsprachige Webshops, setzt sich Zalando an die Pinterest-Spitze: Obwohl der Onlineshop im Umsatzranking derzeit auf dem 20. Platz liegt, pinnen deutsche User am häufigsten Bilder von Zalando-Waren an ihre virtuelle Pinnwand. Insgesamt 3.265 Pins gingen damals  auf Zalando zurück. w Am zweithäufigsten setzen Pinterest-User die Angebote von Tchibo auf die Plattform (1.624 Pins /2012)), gefolgt von Amazon Deutschland mit 941 Pins (2012).

Tolles Ding: Pinterest

Tolles Ding: Pinterest

 

Im Ergebnis nehmen die führenden deutschen Onlineshops den virtuellen Wunschzettel etwas zögerlich an und hadern mit einer durchdachten Strategie. Die  1 Millionen deutschen “Pinner” (aktuelle Userdaten sind schwer zu erhalten) werden von einigen Anbietern schlicht missachtet. Social Media ist eben nicht nur Facebook und Pinterest hat sich schleichend zum drittgrößten Trafic-Lieferanten überhaupt entwickelt.

Unternehmen die Ihre Markenjeans etablieren und verkaufen wollen, kommen an den bunten Tafeln kaum vorbei. Der eigentliche Witz: Beim Klick auf einen Pin lande ich im Idealfall direkt auf der Bestellseite des Shops. Sehr genial – sehr unterschätzt. Ein wunderbare Tatsache sind harte Fakten wie ein sehr weibliches, junges, internetaffines und kaufkräftiges Publikum.

Pinterest steckt Facebook in die Tasche: Wir wollen bebildert werden und nicht mehr reden!

Kritisch sehen noch viele Verantwortliche den von Pinterest produzierten Bilderregen. Warum neben Facebook, Twitter und den anderen Verdächtigen nun ein weiteres Social Network?

Nun macht die Anzahl der veröffentlichten Bilder noch keinen Umsatz und knackige Hot-Pants zunächst nur reiner Augenschmaus. Spannender und ein echtes Pfund in der Argumentation sind die Ergebnisse vom E-Commerce Dienstleister Shopify:

Ein Pinterest-Nutzer gibt durchschnittlich 80 Dollar beim Online-Shopping aus. Nach wenigen Klicks auf dem besucherstarken Hypenetzwerk landet der User immer häufiger direkt in einem Shop.

Dafür wurden Zahlen von über 25.000 Shopify Shops unter die Lupe genommen. Eine umfangreichere Pinterest-Analyse im Bezug auf den E-Commerce hat es bisher nicht gegeben. Mit den genannten 80 Dollar liegt das Bilderbuch einsam an der Spitze und lässt sogar die Großen wie Google und Amazon hinter sich. Auch im direkten Social Network Vergleich bietet Pinterest den doppelten Umsatz gegenüber Facebook.

Korkwand digital – Pinterest real

Eins vorab: Pinterest wird Facebook nicht vom Thron stoßen und wir haben auch keinerlei Lust uns an solchen perfiden Vergleichen zu beteiligen. Facebook ist (noch) die beliebteste digitale Kneipe der Welt und Pinterest (weiterhin) das schönste Bilderbuch der Welt.

Was bleibt ist die übliche Frage, wann – und in diesem Fall wie – Pinterest Geld verdienen wird. Solide 750 Millionen Dollar hat das Unternehmen bisher gesammelt, aber bisher auch nichts verdient. Bei einem geschätzten Wert von 5 Milliarden sind solche harten Fakten nicht sonderlich schmerzhaft.

Pinterest hat im Sommer diesen Jahres Räumlichkeiten in Berlin bezogen und testen parallel verschiedene Methoden der Werbung – sagen wir schlicht: Möglichkeiten auch mal Geld zu sehen.

Wir bleiben auch weiterhin überzeugt von diesem sozialen Netzwerk und es bleibt eines der „Lieblingskinder“ des Social Media Blogs Netzschnipsel.

Matthias-M. Pook

Social Media Manager (FH). Mehr über Matthias und den Blog Netzschnipsel findest Du unter den Menüpunkten "Autor" sowie "Über".

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