Facebook: Das Zuckerberg Interview in voller Länge

Interview nach Börsengang: Zuckerberg macht mobil!

Endlich eine ausführliche Regung vom Oberhaupt des blauen Riesen. Auf der „Disrupt“-Konferenz des Technologieblog TechCrunch sprach Mark Zuckerberg recht ausführlich über Erfolge, Misserfolge und die Zukunft von Facebook. Das Interview könnt Ihr Euch weiter unten in voller Länge ansehen. Daneben haben wir ein paar Kernaussagen für Euch herausgepickt…

Fehler in der Mobilstrategie: Zu lange auf HTML 5 gesetzt

Er habe sich zu lange auf den Standard HTML 5 verlassen, damit die Facebook-App ohne viel Zutun auf möglichst vielen unterschiedlichen Mobilgeräten laufe, sagte Zuckerberg im Interview. Dadurch sei die mobile App auf vielen Geräten nicht sonderlich gut gelaufen.Das sei einer der „größten Fehler“ der Firma gewesen, „wenn nicht der größte“. Man habe „zwei Jahre verbrannt“, sagte Zuckerberg. „Es ist sehr schmerzhaft.“

Wachstum in Mobildiensten: Jetzt geht es los!

Mobildienste sollen nun das Wachstum bringen, das viele Anleger bisher vermisst haben. Trotz 955 Millionen Nutzern kam Facebook im jüngsten Quartal auf gerade mal 1,2 Milliarden Dollar Umsatz – ein Zehntel der Einnahmen, die Google im selben Zeitraum verbuchte. Von Smartphones erwartet Zuckerberg deutlichen Rückenwind, weil Nutzer, die unterwegs bei Facebook vorbeischauen, sich doppelt so oft sehen ließen, länger blieben und generell aktiver seien. „Wir werden mobil mehr Geld verdienen als am PC“, verspricht der Facebook-Chef. Das soll unter anderem durch neue Arten von Werbung klappen, die enger mit den Inhalten verbunden ist als schlichte Anzeigen. Konkret wurd er aber nicht!

Kein eigenes Smartphone von Facebook

Wenn so sehr auf den mobilen User gesetzt wird, liegt es doch auch nah, dass das Unternehmen bald ein Smartphone auf den Markt bringen wird, genauso wie es Apple. Google und vielleicht auch bald Amazon machen. „Das wäre nun wirklich die falsche Strategie für uns“, dementiert Zuckerberg. Seit Monaten kursieren Berichte, Facebook arbeite an einem Handy. Doch der Netzwerkchef will davon nichts wissen. „Ein Handy? Das hat für uns keinen Sinn“, sagt er.

Fireside Chat With Facebook Founder and CEO Mark Zuckerberg

 

Bastelstunde: Eigene Suchmaschine geplant

Zuckerberg deutete einen Ausbau der Suchmöglichkeiten auf der Facebook-Seite an. Eine leistungsfähigere Suchmaschine „wäre eine nahe liegende, interessante Sache für uns in Zukunft”, erklärte er. Bereits heute liefen täglich eine Milliarde Suchanfragen über Facebook, „und wir strengen uns eigentlich noch gar nicht an”. Die Ernstahftigkeit in Sachen Suchmaschine nehmen wir ihm ab. Die Kombination aus Suche und Werbeeinblendung kann perfekt funktionieren. Ein Ausbau der Suchfunktion dürfte die Rivalität zwischen Facebook und Google allerdings weiter verschärfen.

Fazit: Keine Revolution aber ein Lebenszeichen

Während des Interviews wurde jede Regung von Mark Zuckerberg ausführlich per Twitter analysiert. Die Meldungen traffen im Millisekundentakt ein, obwohl nicht wirklich viel Neues zu vermelden war. Dennoch gab sich der Aktienmarkt erstmal zufrieden und auf den Parkett wurde wieder nach oben geschaut. Die Kursentwicklung der Facebook-Aktie seit dem Börsengang bezeichnete Zuckerberg als enttäuschend. Viele Menschen seien „superpessimistisch“, sagte er. „Ich persönlich würde lieber unterschätzt werden.“ Er lächelte dabei „wie ein Pokerspieler, der einen Royal Flush hält“, bemerkte TechCrunch. Wir denken ähnlich, glauben an die Zukunft des Social-Media-Schrittmachers Facebook und sehen auch die Umsatzentwicklung im mobilen Bereich viel optimistischer als manch vermeintlicher Experte.

Matthias-M. Pook

Social Media Manager (FH). Mehr über Matthias und den Blog Netzschnipsel findest Du unter den Menüpunkten "Autor" sowie "Über".

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