Deutsche Social Networks im Februar – nur Verlierer

Social Media aus deutschem Land:
Absturz wie gehabt – Xing bleibt recht stabil

Wer-kennt-wen (WKW) hat es den aktuellen IVW-Zahlen zufolge im Februar  2104 kalt erwischt. Mit noch knapp 13 Millionen Visits verlor das Netzwerk gegenüber dem Vormonat 21 Prozent seines Traffics. Ebenfalls wenig erfreulich sieht die Trafficentwicklung mit 1,7 Millionen Visits bei den Lokalisten aus, das entspricht einem Rückgang von 19 Prozent im Vergleich zum Januar. Dagegen sind die Einbußen von XING und StayFriends im für diesen Monat üblichen Normalbereich.

Wer kennt noch „Wer kennt wen“? Ein Social Network ohne Berechtigung.

WKW ging im Jahre 2006 und begrüßte schon wenige Monate später registrierte sich der millionste User. Den Höhepunkt erreichte das Netzwerk im März 2010 mit nennenswerten 187 Millionen Zugriffen.  Seitdem fallen die Zahlen aber ins Bodenlose, im September letzten Jahres wurden letztmalig mehr als 20 Millionen Zugriffe registriert. Erst vor einigen Monaten sollte mit einem umfangreichen und optisch an Facebook angelehnten Relaunch der Wer kennt wen Seite ein Neustart herbei geführt werden. Fehlanzeige: Die verbliebenen Nutzer gingen auf die Barikaden, der Internet-Explorer verweigerte den Seitenaufbau und die neue Funktionsauwahl kam massiv in die Kritik. Inzwischen liegt WKW auf Stayfriends Niveau.

Richtung Keller: Deutsche Social Networks

Richtung Keller: Deutsche Social Networks


Wer kennt noch Xing? Der Rest vom deutschen Social Network Kuchen

839.000 neue User im Kernland Deutschland und eine Gewinnsteiegrung von 10%: Was den Aktionären von Burda schmeckt, ist langfristig für Xing User noch kein Leckerlie. Erst die optische Anbiederung an Facebook (grün statt blau) und dann der Dolchstoß bezüglich alter Gruppendynamik. So richtig Business ist Xing schon lange nicht mehr! Xing hat sich lange als ein “reines Karrierenetzwerk”  etablieren wollen und wirbt nun dumm oder dreist mit dem Slogan: „Für alle die arbeiten. Und Leben“. Nun wird also mit TV-Spots eine große Masse eingeladen, aber auf welche Reise uns Xing da eigentlich mitnehmen möchte, bleibt unklar. Ein zweites Facebook – als digitale Stammkneipe – brauchen wir nicht. Gerade die „Nische“ Businessnetzwerk auf europäischer Ebene wäre zu füllen gewesen, aber nun lässt man LinkedIn wohl ungeniert den Vortritt. Die Zahlen werden steigen (das wird die zuständige Agentur am Tisch schon vermittelt haben), aber der Sinn dieses Netzwerkes wird nicht deutlicher!

Deutsche Social Networks: Schade eigentlich!

Mit den deutschen Social Networks Wer-kennt-wen, Lokalisten und Stayfriends geht es so steil bergab, dass wir in Zukunft wohl auf eine Berichterstattung verzichten können. Spätestens im nächsten Jahr sehen wir verwaiste Kommunikationsplattformen “Made in Germany”. Auch hinter Xing steht noch ein großes Fragezeichen, denn der übermächtige Hai LinkedIn sitzt längst hungrig im Becken und wartet auf die nächste Mahlzeit.

Deutschland ist ein Land der Tüftler und Denker. Noch heute partizipieren wir von unseren Erfolgsgeschichten aus der industriellen Revolution. Nur mit der Revolution der Kommunikation durch Social Media tun wir uns verdammt schwer. Ist das alles zu profan und oberflächlich für uns?

Referenzlink zur Grafik: Statista

Matthias-M. Pook

Social Media Manager (FH). Mehr über Matthias und den Blog Netzschnipsel findest Du unter den Menüpunkten "Autor" sowie "Über".

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