Social Media und E-Commerce. Ergebnisse einer Studie.

Studie: E-Commerce und Social Media lieben sich!

Der wirtschaftliche Nutzen von Social Media im E-Commerce ist heute bereits gegeben und wird 2013 noch deutlich steigen, das geht aus der Studie „Wirtschaftliche Relevanz von Social Media im E-Commerce“ hervor. Die mit 121 E-Commerce-Anbietern aus den Top 1.000 Online-Shops repräsentative Studie hat der Technologie-Anbieter Voycer gemeinsam mit dem Bundesverband des deutschen Versandhandels e.V., der Internet World Business und der Technischen Universität München durchgeführt.

75% der E-Commerce-Anbieter sehen Social Media heute schon als wichtigen Bestandteil der Unternehmens-Strategie und über ein Drittel der Online-Händler zieht bereits einen deutlich spürbaren wirtschaftlichen Nutzen aus seinen Social Media Aktivitäten. Dieser Anteil wird sich 2013 nochmals um 30% erhöhen. Insgesamt gaben 57% der befragten Unternehmen an, bereits mindestens einen „geringen“ Umsatzbeitrag durch Social Media zu realisieren.

Die Social Media-Nutzung im E-Commerce: Ist-Zustand

Shopbetreiber bieten heute im Schnitt etwa vier verschiedene Social Media Funktionalitäten (Social Sharing Funktionen, Produktbewertungen, Abstimmungen, Kaufempfehlungen etc.) auf ihrem Shop an. Bei den Funktionalitäten liegen die diversen Facebook-Integrationen im Shop vorne (der Like-Button findet sich bei 56%, „Teilen“ bei 48%). Des Weiteren stark verbreitet sind Kaufempfehlungen (48%) und Produktbewertungen (45%). Die von Shop-Besuchern am liebsten genutzten Funktionen sind Features, die Unterstützung bei der Kaufentscheidung versprechen. Die Funktionen mit der höchsten Nutzungsintensität bei Shop-Besuchern sind ebenfalls Facebook-Funktionen und Produktbewertungen. Über die Hälfte der Shops gibt an, dass ihre Nutzer diese Funktionen kontinuierlich aktiv verwenden.

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E-Commerce und Social Media harmonieren.

Zusätzlich pflegen 75% der Shops vier oder mehr unterschiedliche Präsenzen auf Social Media Kanälen, Spitzenreiter ist hier Facebook (90,3%), gefolgt von YouTube (68,8%) und Twitter (68,8%). 2/3

Umsatzbeitrag: Social Media-Funktionalitäten im Shop und Präsenzen auf Social Media Kanälen gefragt

Betrachtet man die Erfahrungen der Shops mit dem Umsatzbeitrag der Präsenzen und Funktionalitäten, so ergibt sich ein spannendes Bild. Zunächst ist der Umsatzbeitrag von Funktio-nalitäten im Vergleich zu Präsenzen um fast das Doppelte höher (kumuliert 18,2% bei Prä-senzen und 35,5% bei Funktionalitäten). Den höchsten Umsatzbeitrag liefert hierbei mit Ab-stand die Produktbewertung (29% „hoher Beitrag“) gefolgt von Facebook Share (12% „hoher Beitrag“) und Like (11% „hoher Beitrag) als integrierte Funktionen bei den Produktansichten.

Auf dem Weg zum erfolgreichen Einsatz liegen für die meisten Shops derzeit verschiedene Hürden. Im Schnitt beschreiben die Teilnehmer sechs bis zehn Barrieren, die sie heute noch beim Einsatz von Social Media sehen. Die Haupthürden sind die fehlende Nachweisbarkeit des wirtschaftlichen Erfolgs (48% „hohe Barriere“), fehlende Priorität im Management (34% „hohe Barriere“) und zu knappe Ressourcen (47% „hohe Barriere“).

Social Media Strategie gefragt – aber bitte nicht nur an Wirtschaftlichkeit denken

Ein erster Schritt um die Barriere der fehlenden Nachweisbarkeit wirtschaftlichen Erfolgs zu überwinden, ist eine vernünftige Zielsetzung im Vorfeld der Maßnahmen. Wirtschaftlichkeit steht heute dabei noch nicht im Fokus. Die Ziele, die Shops mit Social Media-Aktivitäten und Angeboten erreichen wollen, lassen sich in eine direkte und indirekte Unterstützung des Ab-satzes unterscheiden. Hierbei liegt das Gewicht in der Social Media-Praxis der Shops deutlich auf indirekten Effekten, also der Außenwirkung durch Imagepflege (39% „sehr wichtig“) und Brandbuilding (38% „sehr wichtig“). Absatzsteigerung rangiert in der Priorität erst auf Platz 13 (14% „sehr wichtig“).

Die Zielsetzung hat einen direkten Einfluss auf den Einsatz von Social Media-Maßnahmen durch Shops. Präsenzen liefern einen höheren Beitrag für die Image- und Brand-Ziele, Funkti-onalitäten hingegen leisten einen höheren Beitrag zur Conversion und zur Erhöhung des Um-satzes – je nach Zieldefinition ergeben sich andere Schwerpunkte. Dass ein Umdenken in der Zielsetzung erfolgt, zeigt sich auch in den Social Media Trends des nächsten Jahres.

Trends 2013: Soccial Media fester Bestandteil der E-Commerce Strategie

Im nächsten Jahr werden 84% der E-Commerce Anbieter Social Media als festen Bestandteil der Unternehmensstrategie sehen. Social Media durchdringt somit fast den gesamten Markt. Das zeigt sich zuerst an den wachsenden Budgets. Sind es heute 5% der Shops die ein Social Media-Budget (ohne Personalkosten) von über 100.000 Euro einsetzen, werden es 2013 be-reits knapp 10% sein.

Auch der Einsatz von Social Media als Marketinginstrument wird in allen Bereichen deutlich intensiver. Bei den Präsenzen am stärksten wächst 2013 Pinterest in der Nutzung (136,4% mehr eigene Pinboards), eine Facebookseite wird im nächsten Jahr nahezu jeder Shop haben. Vor allem bei den C2C-Funktionalitäten (User interagieren direkt auf dem Shop miteinander) wird vor allem ein Anstieg in der Nutzung von Produktbewertungen, der Nutzung von Kom-mentarfunktionen, Produktabstimmungen und Votings erwartet. Nutzungsintensität dieser 3/3 Funktionen steigt um mindestens 15%. Auch bei der Nutzung von Share-Funktionalitäten wird ein genereller Anstieg erwartet. In Folge dessen planen Shopbetreiber die Anzahl der Funktionen auszubauen und 2013 bis durchschnittlich 6 verschiedene auf dem Shop anzubieten.

Produktbewertungen und Kaufempfehlungen bleiben die stillen Stars

Der höchste Umsatzbeitrag wird von Produktbewertung (39% „hoher Beitrag“) bei einer Steigerung um 35% erwartet, gefolgt von Kaufempfehlungen (30% „hoher Beitrag“) mit einer Steigerung um 50%. Von bestehenden Shop-Funktionalitäten, die eine neue soziale Komponente erhalten, wie z.B. durch Nutzer erstellte Produktabstimmungen, wird eine Verdopp-lung des Umsatzbeitrags von 9% auf 19% erwartet.

Generell rechnet man für 2013 im E-Commerce mit steigenden Umsatzbeiträgen durch Social Media als Marketing-Instrument. Präsenzen in Netzwerken werden laut der Erwartungen zu 30% einen Effekt auf den Umsatz haben. Funktionalitäten in den Shops werden schon 2013 für rund 50% aller Shops einen sehr hohen Umsatzbeitrag leisten. Insgesamt erwarten 75% der Shop-Betreiber, dass ihre Social Media Aktivitäten spürbar auf den Umsatz einzahlen werden.

Die vollständige Studie ist unter www.voycer.biz/social-media-report zu beziehen.

 

Matthias-M. Pook

Social Media Manager (FH). Mehr über Matthias und den Blog Netzschnipsel findest Du unter den Menüpunkten "Autor" sowie "Über".

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